DIE SCHULTER

Schulterbeschwerden und Schulter-Impingement


Allgemeines

Schulterschmerzen gehören zu den dritthäufigsten muskuloskelettalen Beschwerden. Bei Personen die häufig mit dem Arm über Kopf arbeiten ist die Prävalenz sehr hoch. Eine der verbreitetsten Diagnosen ist das subakromiale Schmerzsyndrom, das früher auch als „Schulter-Impingement-Syndrom“ bezeichnet wurde. Dieser Blogbeitrag beleuchtet die häufigen Ursachen von Schulterschmerzen, die Rolle der Physiotherapie, sowie effektive Übungen und Rehabilitationsansätze nach Operationen.

 


Besonderheit der Schulter

Das Schultergelenk (auch Glenohumeralgelenk genannt) ist das beweglichste Gelenk unseres Körpers – eine Eigenschaft, die auf seine besondere Biomechanik zurückzuführen ist. Diese enorme Beweglichkeit entsteht durch eine geringe knöcherne Führung und die Einbindung weiterer Nebengelenke, die bei jeder Armbewegung mitwirken. Die Stabilität des Schultergelenks wird dadurch hauptsächlich durch die Muskulatur, die Gelenkkapsel, Bänder und Sehnen gewährleistet, die somit eine zentrale Rolle für die Funktion der Schulter spielen.

 

Darüber hinaus hängt die Bewegungsfähigkeit der Schulter nicht nur vom eigentlichen Gelenk zwischen Oberarmkopf und Gelenkpfanne ab. Auch die Gelenke zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein, Schlüsselbein und Brustbein sowie die Verbindung zwischen Schulterblatt und Brustkorb tragen wesentlich zur komplexen Funktion der Schulter bei.

 


Häufige Beschwerdebilder

 

Subacromiales Schmerzsyndrom

So werden Schmerzen im Bereich unterhalb des Schulterdachs bezeichnet. Sie treten vor allem bei Überkopf-Aktivitäten auf und können vielschichtige Ursachen haben.

 

Rotatorenmanschettenverletzungen

Teil- oder Vollrisse der Sehnen, die das Schultergelenk stabilisieren.

 

Arthrose des Schultergelenks

Verschleißerscheinungen, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen.

 

Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Eine Entzündung des Schleimbeutels, ist oft ein Begleitsymptom zu anderen Verletzungen oder Überlastungserscheinungen

 

Schulterinstabilität

Häufig bei jungen, sportlich aktiven Menschen, insbesondere nach Luxationen.

 

Verspannungen und Fehlhaltungen

Häufig bei viel sitzenden Tätigkeiten oder einseitigen Bewegungsmustern.

 


Wann ist Physiotherapie sinnvol

Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle in der Behandlung von Schulterschmerzen. Sie ist sinnvoll zur:

 

Schmerzreduktion

Mithilfe von gezielten Techniken, Gelenkmobilisationen oder Bewegungsübungen kann die Schmerzsymptomatik akut gelindert werden.

 

Verbesserung der Beweglichkeit

Bewegungseinschränkungen werden durch Mobilisationstechniken und aktive Übungen therapiert.

 

Kräftigung der Muskulatur

Ein gezieltes Kräftigungsprogramm für die Rotatorenmanschette und die Schulterblattmuskulatur erhöht die Belastbarkeit des Gelenks.

 

Präventiv

Aktive Physiotherapie hilft, erneute Beschwerden durch die Kräftigung aller Strukturen (Muskulatur, Bänder, Sehnen, Knorpel, …) rund um das Schultergelenk zu verhindern. Ein früher Beginn der Therapie kann eine Verschlimmerung der Beschwerden vermeiden und die Notwendigkeit einer Operation verringern.

 


Übungen zur Kräftigung der Schulter:

Ein entscheidender Bestandteil der Therapie sind Übungen, die auf die Kräftigung und Stabilisation der Schulter abzielen. Hier einige Beispiele:

 

Pendeln

Beugen Sie sich nach vorne, stützen Sie sich mit einer Hand ab und lassen Sie den betroffenen Arm entspannt pendeln.

Diese Übung ist vor allem direkt nach Operationen sinnvoll.

Außenrotation mit Theraband

Befestigen Sie ein Theraband auf Höhe der Taille.

Halten Sie den Ellbogen nah am Körper und drehen Sie den Unterarm nach außen.

Wiederholen Sie die Übung 10–15 Mal pro Seite.

 

Schulterblattklemmen

Ziehen Sie die Schulterblätter langsam zusammen, ohne die Schultern anzuheben.

Halten Sie die Position für 5 Sekunden und entspannen Sie anschließend.

10 Wiederholungen.

 

Hanteltraining

Ein gleichmäßiges Verhältnis zwischen Druck- (Bankdrücken, Schulterdrücken) und Zugübungen (Ruderzug, Lat-Zug) sorgen für einen ausgewogenen Kraftzuwachs in der Schulter

Wichtig: Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten beraten, um sicherzustellen, dass die Übungen zu Ihrem Trainingsniveau und Schmerzzustand passen.

 


Rehabilitation nach Operationen

Nach einer Schulteroperation, z. B. einer Rotatorenmanschettennaht oder einer Schulterarthroskopie, ist die Rehabilitation essenziell für eine erfolgreiche Genesung. Die Physiotherapie gliedert sich dabei in verschiedene Phasen:

 

Frühphase

Passive Mobilisation zum Wiedererlangen der vollen Beweglichkeit.

Sanfte Muskelaktivierungen.

 

Aufbauphase

Beginn mit aktiver Mobilisation und Kräftigungsübungen

Fokus auf die Wiederherstellung der Gelenkstabilität

 

Fortgeschrittene Phase

Intensivere Kräftigungsübungen für die gesamte Schultermuskulatur

Sportartspezifische Rehabilitationsübungen; Beginn des Wurftrainings

 

Rückkehr zum Alltag

Schrittweise Belastungssteigerung bis zur vollen Funktionsfähigkeit

Eine engmaschige Betreuung durch einen Physiotherapeuten ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und den Heilungsverlauf zu optimieren.

 


Fazit

Schulterschmerzen können viele Ursachen haben, doch mit der richtigen Behandlung und präventiven Maßnahmen kannst du langfristig Beschwerdefreiheit erreichen. Physiotherapie bietet gezielte Unterstützung bei akuten und chronischen Beschwerden sowie nach Operationen. Ergänzend dazu helfen regelmäßige Kräftigungsübungen, deine Schulter stark und belastbar zu halten. Falls du unter Schulterschmerzen leidest, lass dich von einem unserer ExpertInnen beraten! Unsere Praxis unterstützt dich gerne auf diesem Weg!

 

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